
Ein Teil der Patientinnen benötigen Langzeitpflege. Wenn die Frauen z.B. einen künstlichen Darm- oder Harn-Ausgang brauchen, können sie nicht mehr in ihre Dörfer zurückkehren. Die hygienischen Verhältnisse dort sind äußerst mangelhaft und den Frauen steht keinerlei medizinische Versorgung zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Langzeitpatientinnen allmählich so gestiegen, dass es für sie am Krankenhaus weder genug Arbeit noch Unterbringungskapazitäten gibt. 15 km vom Krankenhaus entfernt auf rund 2,5 qkm Land wurde Desta Mender gegründet – was in Amharisch so viel heißt wie "Dorf der Freude". Alle Frauen erhalten Schul- und Handarbeitsunterricht sowie eine Berufsausbildung.

Sie arbeiten in der Landwirtschaft oder werden zu Schneiderinnen und Köchinnen ausgebildet.
Es ist eine Molkerei entstanden und einige Frauen arbeiten auch als Pflegehelferinnen im
Fistula-Hospital und den Außenzentren. So können die Frauen selbst
etwas Geld verdienen und relativ unabhängig leben. Auf diese Weise gewinnen
sie nach und nach wieder ihr eigenständiges Leben zurück.
Das Dorf „Desta Mender“ ist inzwischen auch ein beliebter
Ort für Konferenzen und als logische Folge entstand das Juniper Cafe.

Seit 2006 leitet Ato Ephrem zusammen mit einem Team von erfahrenen Mitarbeitern Desta Mender. Er ist studierter Agronom und mit großem Engagement und Begeisterung und viel Verständnis für die Bedürfnisse der Frauen dabei.
Das Rückgrat des Krankenhauses aber sind die Pflegehelferinnen. Alle sind ehemalige Patientinnen. Sie arbeiten in der Küche, Wäscherei, Näherei und in der Pflege. Als ehemalige Patientinnen wissen sie genau, was in den Frauen vorgeht und können sie so emotional unterstützen.
Webmaster: www.ideenzone.de | Fotos: Lucy Perry - Hamlin Fistula Australia und Fistula e.V. Deutschland