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Terrewode
FISTULA
Hospital

TERREWODE
FISTULA
HOSPITAL

Uganda TERREWODE Women's Community Hospital
in Soroti (Ost-Uganda)

  •   30-Betten Fistelbehandlungszentrum
  •   30-Betten Rehabilitationsgebäude
  •    OP Trakt mit Zwei Operationstischen
  •    Zwei Ambulanzräume

Frauenklinik
mit Rehabilitations- und Reintegrationabteilung

Das kleine, autarke Fistelkrankenhaus wurde im Sommer 2019 eröffnet und liegt nahe der Bezirkshauptstadt Soroti im ländlichen, unterentwickelten Osten Ugandas. Es ist die einzige auf Geburtsverletzungen spezialisierte Klinik des Landes.

Hier werden Frauen mit schweren Geburtsverletzungen ganzheitlich versorgt – neben der Operation und weiteren Therapien zur Wiederherstellung der körperlichen Gesundheit kümmert sich das Behandlungsteam um das psychische Wohlbefinden der traumatisierten Patientinnen und um soziale und berufliche Aspekte zur Wiedereingliederung.

Fistula e.V. engagiert sich in all diesen Bereichen aktiv.

Karte Afrika

Das Krankenhaus

Die Klinik verfügt aktuell über 30 Betten zur stationären Behandlung von Geburtsverletzungen. Im großen Gemeinschaftsraum mit 24 Betten besteht eine unterstützende Atmosphäre, in der sich die Patientinnen gegenseitig stärken. Außerdem gibt es ein Isolationszimmer sowie zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für Frauen aus entlegenen Regionen.

Zur Infrastruktur gehören:

  • zwei Ambulanzräume
  • ein großzügiger Operationssaal mit zwei OP-Tischen
  • ein Raum mit urodynamischem Messplatz
  • ein eigenes Labor (Blut- und Urindiagnostik)
  • Sterilisations- und Instrumentenräume
  • eine Physiotherapieeinheit
  • eine Krankenhausapotheke

Operative Versorgung

Alle Behandlungen sind spendenfinanziert und für die Patientinnen kostenfrei. Auch nach dem Klinikaufenthalt erfolgt häufig eine jahrelange Begleitung, unter anderem über lokale Selbsthilfegruppen. Bei voller Auslastung können jährlich bis zu 600 Frauen behandelt und auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt werden.

Operiert werden neben Geburtsfisteln aller Schwierigkeitsgrade auch komplexe Dammverletzungen, Gebärmuttersenkungen, Inkontinenz unterschiedlicher Genese und urogynäkologische Missbildungen, die in Subsahara-Afrika aufgrund von Mangelernährung während der Schwangerschaft häufiger sind und besonders die Vagina und Harnleiter betreffen.

Das Krankenhaus wurde innerhalb von nur 18 Monaten errichtet – ausschließlich finanziert durch Spenden ausländischer gemeinnütziger Organisationen.

Terrewode

Medizinische Versorgung auf hohem Niveau

Eine herausragende Patientenversorgung ist das zentrale Ziel des Fistulahospitals. Das gesamte Team arbeitet daran, sich als „Center of Excellence“ zu etablieren – als ein Zentrum, das für bestmögliche Behandlungsqualität und moderne Versorgungsstandards steht.

Unterstützt wird das Team unter anderem von Dr. Fekade Ayenachew, einem international anerkannten Fistelchirurgen und Urogynäkologen. Er ist zudem zertifizierter Trainer der FIGO (Internationale Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe), welche ein Leitlinienkompendium sowie Operationsstandards für die Therapie von Geburtsfisteln entwickelt hat. Gemeinsam mit lokalen Ärztinnen und Ärzten wird kontinuierlich Wissen vermittelt und die chirurgische Expertise vor Ort gestärkt.

Das Krankenhaus ist zwischenzeitlich Trainingscenter der FIGO, das heißt, es werden international Ärzte in Kursen in der Fistelchirurgie weitergebildet. Alle Ärzte der Klinik befinden sich derzeit in diesem Training. Diese Anerkennung hat zu einer führenden Position zur Fistelversorgung in Uganda geführt.

Das TERREWODE Community Hospital erhielt 2022 vom ugandischen Gesundheitsministerium die Auszeichnung „Heros in Health Awards“ als bestes privat geführtes Krankenhaus des Landes.

Durch gezielte Investitionen – etwa in moderne OP-Ausstattung, Elektrochirurgie und Diagnostik wie die Cystoskopie und Urodynamik – konnte Fistula e.V. dabei helfen, die Versorgungsqualität für die Patientinnen deutlich zu verbessern.

Physiotherapie
Die Physiotherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung.

Geburtsfisteln führen häufig zu komplexen Schäden im Beckenbereich – inklusive Nerven- und Muskelverletzungen. Funktionen wie Kontinenz und Mobilität müssen oft neu erlernt werden.

Die Physiotherapie beginnt bereits vor der Operation und wird während der gesamten Rehabilitation fortgeführt. Neben Beckenbodentraining werden auch neurologische Begleitverletzungen behandelt, etwa Lähmungen der Beine durch Nervenkompression.

Vor Ort arbeitet ein engagierter Physiotherapeut, der sich und das Team kontinuierlich weiterbildet – auch in internationaler Zusammenarbeit.

Psychosoziale Betreuung

Viele Patientinnen sind schwer traumatisiert – durch die Geburt, den Verlust ihres Kindes und die anschließende soziale Ausgrenzung.

Deshalb ist psychische Unterstützung ein fester Bestandteil der Behandlung. Bereits bei der Aufnahme erleben die Frauen einen geschützten Raum, in dem sie angenommen werden und erstmals wieder Würde erfahren.

Da es in Uganda nur wenige spezialisierte Psychologen gibt, wird das gesamte Team geschult. In Rollenspielen lernen die Schwestern, wie sie sich dem sensiblen Thema nähern und die Patientinnen stützen können. Aber auch, wie sie erkennen können, dass sich ihre Schützlinge in Ausnahmesituationen befinden und wann ärztlich-psychiatrische Hilfe unerlässlich wird. Ziel ist es, den Patientinnen eine optimale, ganzheitliche Versorgung zu ermöglichen, aber auch den Pflegenden Hilfestellung zu geben, sich mit den psychischen Belastungen ihrer Arbeit auseinanderzusetzen.

Als wichtige zusätzliche Unterstützung hat sich der Einsatz ehemaliger Patientinnen bewährt, die heute aktiv in der Betreuung mitarbeiten – als Pflegehelferinnen, Küchenhilfen, in der Vermittlung von Fertigkeiten wie Seifenherstellung, Gartenarbeit und Schneiderei. Ein starkes Zeichen für Hoffnung und neue Perspektiven!

Terrewode_Psychosoziale Betreuung
Reintegration Fistula Patientinnen

Rehabilitation und Reintegration
Die medizinische Behandlung ist nur der erste Schritt.

In einem zweiten Gebäude mit ebenfalls 30 Betten werden Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt und Reintegrationskurse abgehalten.  In funktionell gestalteten Räumen finden unter anderem lebenspraktische Kurse wie Kochen, Handarbeit und Brennstoffherstellung aus Tierdung statt.

Das Ziel ist die spätere Unabhängigkeit und selbstbestimmte Zukunft der mittellosen Frauen. Das Programm war vor 20 Jahren der Ursprung der ugandischen Hilfsorganisation TERREWODE und ist an der Lebensrealität der aus ärmlichsten, ländlichen Verhältnissen stammenden Patientinnen orientiert. Nach Entlassung haben die Patientinnen die Möglichkeit, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschießen.

Nach Entlassung haben die Patientinnen die Möglichkeit, sich einer der 60 Selbsthilfegruppen anzuschießen, die als OFAAN ("Obstetric Fistula Awareness and Advocacy Network") der Organisation angeschlossen sind.

Nach der Operation werden die Patientinnen erst einmal bis zur Wundheilung nach Hause geschickt. Sechs Wochen später kommen sie in bunten Kleidern und stolz zurück. Sie erzählen vom Erfolg ihrer Operation, haben aber auch viele Fragen zur Ursache im Gepäck, inspiriert durch die Gespräche mit den Mitpatientinnen. Es benötigt nun nochmals Physiotherapie, aber auch psychische und sozio-ökonomische Stärkung.

"Im zweiwöchigen Empowerment-Training schaffen wir die Grundlage, Frauen mit ihren individuellen Bedürfnissen wieder in ihre Dorfgemeinschaft zu integrieren." sagt Alice Emasu. "Dies war der Beginn unserer Bewegung und wir prüfen während dieser Zeit, ob eine längerfristige Betreuung der Patientin und ihrer Familie erforderlich wird. Außerdem suchen wir für die Zukunft eine dörfliche Selbsthilfegruppe in der Umgebung, um sie für Ihre Zukunft zu stärken."

Das Programm umfasst Informationsveranstaltungen über Geburtsfisteln, ihre Prävention, Familienplanung, Ernährungsunterstützung und -erziehung sowie Schulung beruflicher und unternehmerischer Fähigkeiten. Dazu gehört auch die Organisation von Mikrokrediten innerhalb der Frauengemeinschaft, da viele nicht damit rechnen können, wieder in der Familie integriert zu werden.

Neben modernen Schulungsräumen im eigenen Neubau mit Näh- und Werkraum wurde auf dem Klinikgelände ein Gemüsegarten und Tierstall mit Ziegen und Hühnern angelegt, um Grundlagen der Landwirtschaft zu vermitteln. Jede Patientin darf sich nach ihren Fähigkeit ein berufliches Schulungsthema aussuchen.

Terrewode_Psychosoziale Betreuung
Terrewode

Was wir tun

Ziel ist es somit, den Frauen nicht nur medizinisch zu helfen, sondern ihnen echte Perspektiven für ein unabhängiges Leben zu ermöglichen. Fistula e.V. unterstützt diese Aktivität mit Spenden

Fistula e.V. hat beim Bau des Fistulahospitals maßgeblich zur Ausstattung des Operationsbereichs beigetragen. In den letzten Jahren wurden darüber hinaus kontinuierlich die Bereiche OP-Organisation, Instrumentenaufbereitung, Hygiene, Qualitätsmanagement, Patientenbetreuung und klinische Abläufe gefördert. Wir beschafften das OP-Instrumentarium sowie die Ausrüstung für eine erweiterte Diagnostik wie Endoskopie und Urodynamik. Dazu führten wir jeweils die zugehörigen Workshops durch. Ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe ist maßgeblich für unser Engagement. Ziel ist es, moderne medizinische Standards nachhaltig und angepasst an die lokalen Gegebenheiten umzusetzen.

Finanziell unterstützen wir die Reintegration, Patientenidentifikation sowie Präventionsmaßnahmen wie Familienplanung und Aufklärungskampagnen.